Triests Kaffee-Hafen

Wo der Rohkaffee ankommt: Mit Veit Heinichen auf Lokalaugenschein im Hafen von Triest.

Veit Heinichen hatte im Zuge seiner Recherchen zu seinem Tríest-Krimi „Keine Frage des Geschmacks“ die Gelegenheit, mit einer speziellen Genehmigung in ein sonst nicht zugängliches Arreal zu kommen. Da es sich um eine Zollfreizone handelt, ist eine Besichtigung leider nicht möglich.

Wer vom Zentrum Triests Richtung Istrien fährt, kommt an einem der größten Kaffeehäfen Europas vorbei. „Molo VII“ ist der schlichte Name jenes Hafenabschnitts in Triests, an dem das wichtigste Gut des Hafens umgeschlagen wird. Hier legen die großen Containerschiffe an, die Rohkaffee aus aller Herren Länder rund um den Äquator (Brasilien, Vietnam, Indien, Kolumbien, Indonesien in der Reihenfolge ihrer Bedeutung) an Bord haben. Jeder Container enthält 350 Säcke zu je 60 Kilo.

Der Geruch von Kaffee hängt in der Luft, wenn die Hafenarbeiter einen Sack nach dem anderen entladen – insgesamt sind es rund 2 bis 2,5 Millionen Säcke pro Jahr. An der frischen Luft bleiben sie allerdings nur eine ganz kurze Zeit: Ein Teil der Ware wird ganz traditionell in Speichergebäuden, die zum größten Teil noch aus der k&k-Monarchie stammen, gelagert, der andere in großen, modernen Silos. Denn kaum ist neue Ware eingetroffen, machen sich Mitarbeiter der rennomierten Kaffee-Importfirmen schon auf den Weg, um den Jutesäcken direkt vom Schiff weg und noch vor der Lagerung in den Magazinen Stichproben zu entnehmen.

Und das im wahrsten Sinn des Wortes: Mit einer Art Kreuzung aus Sandkastenschaufel und Messer als Werkzeug wird der Sack angestochen, um eine schwache Hand voll Bohnen zu entnehmen. Nach einem ersten Check mit der geschulten Nase wird die Probe in ein mit der Chargennummer beschriftetes Kuvert abgefüllt und mit ins Labor genommen, wo später Proberöstungen erfolgen.

Die größten Kaffeesilos gehören der Firma Pacorini Silocaf (das Bild oben zeigt den Blick von dessen Dach), sind über 30 Meter hoch und in einem wegen seiner Größe und des grünen Anstrichs wegen weithin sichtbaren Gebäude untergebracht. Die Lagerung in den Silos erfolgt in erster Linie deshalb, um schneller auf den Handel in den Waren- und Terminbörsen reagieren zu können: Denn was den Silos entnommen wird, wird nicht in die üblichen, 60 Kilo fassenden Jutesäcke gefüllt, sondern in 1.000-Kilo-Gebinde aus extrem reißfestem Kunststoffgewebe. Bei Pacorini werden die Kaffeebohnen auch gesäubert, sortiert und in Stichproben geprüft, bevor sie an Röster und Händler weitergeleitet werden.

www.porto.trieste.it/eng

Offizielle Broschüre mit Luftbildern

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