Strandleben – jetzt? Aber sicher!

Von Lignano bis Triest sind die Strände wieder geöffnet. Nach dem Corona-Lockdown bieten sie Urlaubern nun mehr Platz als bisher – und neue Regeln für die Nutzung.

Die gute Nachricht: Die Strände in Friaul Julisch-Venetien an der 130 Kilometer langen Küste zwischen dem Tagliamento im Westen und der slowenischen Grenze im Südosten sind wieder geöffnet. Ob für die weiten Sandstrände in Lignano Sabbiadoro und Grado, die Kiesstrände in Monfalcone, Duino-Aurisina und Sistiana oder die Stadtstrände in Triest und Muggia: Für sie alle – und für sämtliche Strandbäder – gilt nun ein neues Hygienekonzept, das den Badegästen vor allem eines vermitteln soll: Sicherheit.

Kein Gedränge mehr – dafür Registrierungspflicht. Um den Abstand zu anderen dreht sich in diesem Sommer alles an Friauls Stränden an der Oberen Adria und im Golf von Triest. Die Zeiten, an denen Liegen und Schirme dicht an dicht platziert wurden (eigene dürfen heuer sowieso nicht mehr in öffentliche Strandbäder mitgenommen werden), sind heuer ausgesetzt, denn nach Corona gilt: Jede Person am Strand hat Anspruch auf 5 m2, jedes Paar auf 10 m2 – mindestens. Sandra Battaglia vom Destinationsmanagement PromoTurismoFVG bringt es auf den Punkt: „In der Praxis wird der Platz unter jedem zweiten Schirm frei bleiben.“

Das bedeutet, dass in diesem Jahr zwar weniger Badegäste als bisher gleichzeitig Zutritt zum Strand haben, diese aber mehr Platz denn je haben. Was wiederum eine klare Information darüber erfordert, welcher Strand noch welche Anzahl an freien Plätzen bzw. Liegen bietet. Informationen darüber will man nicht nur an den Strand-Eingängen (an denen man übrigens Einbahnregelungen und Abstands-Markierungen verwendet) geben, sondern für viele auch im Internet auf einem eigenen Web-Portal (https://spiaggiafvg2020.it/de/). Dieses Portal, das Warteschlangen am Eingang möglichst verhindern helfen soll, bietet die Möglichkeit, Strandplätze an der gesamten Küste zu reservieren und gleichzeitig auch Liegen und Sonnenschirme zu buchen. Die Bezahlung erfolgt ebenfalls online, eine Registrierung dafür Registrierung ist erforderlich.

Registrieren lassen müssen sich aber auch all jene, die ganz klassisch ihren Eintritt an der Kasse am Eingang bezahlen. Sie müssen in den meisten Fällen außerdem auf einem Formular bestätigen, dass sie frei von Symptomen sind und sich an einigen Stränden auch, so wie die bereits online angemeldeten Besucher, einem Thermoscan unterziehen. All das hat – so wie der größere Abstand – wieder etwas mit einer Post-Corona-Hygienemaßnahme zu tun, nämlich dem Nachverfolgen möglicher Infektionsquellen (Contact Tracing): Gegenwärtig sind die Badeanstalten Italiens verpflichtet, die Daten ihrer Kunden 14 Tage lang aufzubewahren. Was sich im Laufe der Zeit ändern könnte, betont man beim Tourismusverband, der eine Online-Buchung schon deshalb empfiehlt, weil damit auch gleich ein bestimmter Liegeplatz gebucht werden kann, der bei der Ankunft am Strand garantiert nicht belegt ist.

Farbige Kennzeichnung. Am Eingang selbst erhalten Badegäste an den großen Stränden wie etwa Lignano und Grado ein farbiges Armband aus recyceltem Material – jeden Tag in einer anderen Farbe. Dieses ist stets zu tragen und soll die Kontrolle durch das Personal erleichtern. Und wohl auch verhindern, dass sich jemand unbemerkt über freie Strandabschnitte oder übers Wasser Zutritt verschafft. Denn so stellen die Betreiber sicher, dass alle Besucher registriert sind und für den jeweiligen Tag auch bezahlt haben. An Stränden, zu denen ein Zugang abseits der offiziellen Eingänge nicht möglich ist (wie etwa in Triest und Umgebung) werden keine Armbänder ausgeteilt.

Generell führt einen das Personal zur Strandliege. Am Strand selbst gilt dann die Abstandsregel von einem Meter – aber keine Verpflichtung zum Tragen von Schutzmasken. Einem schönen Badetag steht damit nichts mehr im Weg.

Zu den neuen Hygienevorschriften gehört auch, dass überall dort, wo sich Warteschlangen bilden könnten, (noch) eine Mund-Nasen-Schutzmaske getragen werden muss, etwa im Eingangsbereich, an der Strandbar und vor der Toilette. Die Betreiber haben Spender für Desinfektionsmittel und Abfallbehälter für Taschentücher, etc. aufzustellen und müssen die Strandliegen bei Inanspruchnahme durch neue Gäste desinfizieren. Viele Strände bieten über das Online-Portal auch eine Art Lieferservice von der Strandbar zur Liege an. An den Theken der Strandbars ist ein Mindestabstand vorgeschrieben – man kann sich aber auch an einen Tisch setzen. Gruppenspiele wie Beach-Volleyball sind (noch) nicht erlaubt.

Für Hotelstrände wie den des Hotel Riviera in Triest mit seiner Beach Lounge, dem privaten Strandabschnitt, der ausschließlich den Gästen des Hauses vorbehalten ist, gelten etwas einfachere Regeln: Registriert sind alle Hotelgäste ja bereits, unterschrieben werden muss nichts und auf Thermoscans kann verzichtet werden. Die Anzahl der Strandliegen wurde um etwa ein Drittel reduziert – solange das Haus nicht ausgebucht ist, haben alle ohne Reservierung Platz. Mit den neuen Maßnahmen dürften Gästepaare auch viel mehr Platz zur Verfügung haben als vorgeschrieben: Etwa doppelt so viel, schätzt Alex Benvenuti von der Inhaber- und Betreiberfamilie des Hotels. Und Bestellungen aus der Beach Bar sollen schon bald über eine eigene App getätigt werden können.

Unter den norditalienischen Regionen gehört Friaul-Julisch Venetien zu jenen Regionen, die die Situation am besten gemeistert haben. Dank Gesundheitseinrichtungen mit Standards über jenen vieler anderer italienischer Regionen und eines guten Managements seitens der Behörden blieben die Infektionsraten sehr niedrig.

Strand-Portal Friaul Julisch Venetien
Strände in Bibione
Strände in Lignano
Strände in Grado
Strände in Triest
Hotel Rivera

Share :
You may also like
Radwege - Sport
Cottur-Radweg: Bergauf wie auf Schienen
Sport - Wandern
Strada Napoleonica: Triests Höhenpromenade