Die Brüder Starec: Öl in Perfektion

Landwirte sind die beiden coolen Kahlköpfe nur aus Passion: Die Starec-Brüder aus dem kleinen Ort Bagnoli della Rosandra am südlichen Stadtrand von Triest sind in erster Linie Architekten, die 2002 die Landwirtschaft ihrer Eltern quasi als Nebenerwerb übernahmen und nun, angetrieben von der fanatischen Suche nach Qualität, Olivenöl produzieren. Und das anders als alle anderen.

Der Vater der beiden hatte 1984 begonnen, die wenigen nach dem großen Frost von 1929 noch vorhandenen Olivenbäume des Familien-Anwesens durch Zweigstecklinge auf die (damals) stolze Anzahl von 33 zu vermehren. Diese kleine Basis erweiterten die Brüder sukzessive. Sie setzten bis heute auf sechs Hektar 4.000 Olivenbäume der Sorten Bianchera, Maurino, Leccino und Pendolino aus und achteten, dass die Bäume klein bleiben. Denn so brauchen sie weniger Wasser und keine Chemie, und sie können händisch, also ohne Leitern, geerntet werden. Netze werden dabei keine verwendet, und geschüttelt werden dürfen die Bäume auch nicht. Die beiden Perfektionisten verzichten auch vollständig auf Bewässerung, selbst bei ganz langen Hitzeperioden. Dementsprechend aufwändig ist alles, von der Ernte bis zur Produktion: Drei Personen holen pro Tag gerade einmal ca. 100 Kilogramm von den Bäumen, was zwischen sechs und 12 Liter Öl ergibt. Dieses kalt gepresste, ungefilterte Olivenöl wird vor der Abfüllung fünf Monate lang zum Ausruhen in Edelstahlfässern bei einer Temperatur von 15 Grad gelagert.

Der Starec Tribe (so nennt sich der Clan, bei dem auch schon die nächste Generation aktiv ist) produziert drei mehrsortige Olivenöle (darunter ein Tergeste DOP-zertifiziertes) und zwei sortenreine (Leccino, Bianchera) aus entkernten Früchten. Einzigartig: Alle Flaschen werden nach der Abfüllung vakuumiert.

Die Ölmühle der Starec-Brüder wirkt alles andere als romantisch: Das Innere des orangenen, modernen Zweckbaus hat die Ausstrahlung eines High-Tech-Labors – dementsprechend wissenschaftlich werden auch die Werte für Säure und Mineralien produktionsbegleitend gemessen und von Uni-Labors ausgewertet.

Jeden Sommer und Herbst fungiert die Mühle für einige Wochen als Osmiza (Buschenschank), denn die Starecs machen auch ihren eigenen Wein, wenn auch nur in kleinen Mengen. Dazu werden Schinken, Käse und Brot aus der Nachbarschaft serviert. Probieren (und natürlich kaufen) kann man die Produkte der Familie von Donnerstag bis Samstag von 11.00 bis 22.00 Uhr in ihrem neuen „Local Market“ am Hauptplatz von Bagnoli, eine Art Bar, die ein kleines, kaltes Speisenangebot (zum Wein) und einen großen Verkostungstisch bietet.

Starec, Bagnoli della Rosandra 632, I-34018 San Dorligo della Valle (TS),
Tel. +39-040-227-040, +39-040-832-6105, +39-338-739-9413, +39-040-522-4697
www.starec.it

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    Triest, Brüder Starec©Triest24.com
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