Strada Napoleonica: Triests Höhenpromenade

Ob Walking, Laufen oder leichte Wanderung mit ständigem Blick hinunter aufs Meer: Eine Höhenpromenade, die einst strategische Bedeutung hatte, gilt heute als schönster Weg Triests.

Die Strada Napoleonica soll 1797 unter Napoleon als Transportweg für dessen Truppen zwischen Venedig und Triest angelegt worden sein. Sie führt vollkommen eben und mittlerweile autofrei als bestens ausgebauter Fuß- und Radweg über vier Kilometer in sonniger, windgeschützter Lage parallel zur Küstenlinie recht eben auf 250 Meter Seehöhe. Auf ihrer kompletten Länge bietet sie einen überwältigenden Ausblick auf die Stadt, den alten Hafen, Schloss Miramar und das Meer.

Was Napoleon angeblich als Weg anlegen ließ, wurde 1821 vom Ingenieur Giacomo Vicentini verbreitert und zum Teil auch zu einer Straße ausgebaut – deshalb lautet der offizielle Name heute auch Stada Vicentina.

Der Anfang des Weges ist ganz einfach zu erreichen: Man steigt aus der Berg-Tram (sofern in Betrieb), die die Piazza Oberdan im Zentrum mit dem Vorort Opicina verbindet, gleich nach dem Steigungs-Stück beim Parkplatz am Obelisken aus. Die historische Tram fährt alle 20 Minuten, man kann sogar Fahrräder mitnehmen. Alternativ dazu kann man vom Stadtzentrum aus auch die Busse 2 und 4 in Richtung Villa Opicina nehmen. Wer sich den Rückweg ersparen möchte, nimmt am Ende des Weges hinter dem großen Parkplatz in Prosecco den Bus zurück in die Stadt.

Autofahrer fahren den Kai in Triest in Richtung zum Bahnhof, biegen vor dem NH Hotel rechts ab in die Via Milano, bald darauf links in die Via Fabio Filzi, fahren an der großen Kreuzung geradeaus und kurz danach die Via Commerciale parallel zu den Tram-Gleisen bergauf und folgen der Beschilderung „Villa Opicina“ bis zum Obelisken. Dieser wurde 1830  zur Erinnerung an den Besuch von Kaiser Franz I. anlässlich der Eröffnung der Verbindungsstraße von Triest ins Hinterland errichtet. Von hier genießt man den wahrscheinlich schönsten  Ausblick auf die Altstadt und den Hafen.

Von hier aus beginnt der Weg zuerst als schmälere Schotterstraße hart an der Karst-Kante. Wer den Blick nach unten zur Küste richtet, dem kommt Triests Küsten-Vorstadt Barcola ins Blickfeld, bald die Bäder an der Küstenstraße und bald auch das Schloss Miramar. Hier sind die meisten Jogger unterwegs, aber man sieht auch viele Wanderer und Hundeliebhaber, die ihre vierbeinigen Lieblinge ausführen.

Kurz darauf erreicht man den breiteren, asphaltierten Teil des Weges, der schon längere Zeit für den Verkehr gesperrt ist. Dann und wann werden hier Filme gedreht: In der TV-Version von Veit Heinichens „Tod auf der Warteliste“ etwa fungierte der spektakuläre Fels-Einschnitt als gut gewählter Schauplatz für ein Attentat auf einen fiktiven deutschen Bundeskanzler. Genau diesen Ort suchen sich mit Vorliebe Kletterer aus, die von der Straße aus angeseilt sowohl nach oben als auch nach unten unterwegs sind.

Apropos oben – überhalb des Weges befindet sich hier auch die 1966 erbaute Wallfahrtskirche von Monte Grisa in ihrer brutalistischen dreieckigen Sichtbeton-Architektur. Ihre Bestimmung war, damals im Kalten Krieg ein Zeichen der christlichen westlichen Welt zu setzen, das weit bis hinein ins ungläubige kommunistische Istrien sichtbar sein sollte. Wer möchte, kann einen kurzen Abstecher hinauf unternehmen.

GPS-fähige Karte Strada Napoleonica
Die Napoleonische Straße

Start zur Napoleonica in Opicina:

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